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Sperrstelle, als Teil eines grossen Ganzes

(Bilder = Beispielbilder aus der Geschichte)

Die Sperrstelle, militärische Abkürzung: Sp Stel, ist vielleicht keine Schweizer Erfindung, aber durch die Schweizer Armee wurden das System perfektioniert. Nachdem gegen Ende des ersten Weltkrieges die Mobilität der angreifenden Truppen durch die Mechanisierung gesteigert wurde und durch die deutsche Wehrmacht zu Beginn des zweiten Weltkrieges in Polen und später in Frankreich erschreckende Ausmasse annahm, sah man sich gezwungen diesem Umstand Rechnung zu tragen und entsprechende Abwehrmassnahmen zu ersinnen.

Nicht nur wurden verschiedene wirksame Mittel zur Abwehr konzentriert, sondern auch die schweizerische Topografie wurde in die Abwehrplanung einbezogen. Das Ziel, einen angreifenden Gegner wie damals die Wehrmacht zu stoppen, konnte nur durch in die Tiefe gestapelte Abwehr Linien, die aus mehreren Sperrstellen bestanden, erreicht werden. Mit den an der Grenze gestaffelt gebauten Sperrstellen (Abwehrline) die durch eine zweite Abwehrlinie im Hinterland, Mittelland aber auch Tessin und Graubünden, ergänzt wurden, hoffte man, einen so mächtigen Angreifer wie die Wehrmacht, zu verzögern, zu Kanalisieren und schlussendlich am Rückzugsgebiet, dem sogenannten Reduit zu stoppen. Auch das Reduit selbst, sollte praktisch durchgehend (rundum) verteidigt werden können. Das war der Plan.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde durch die Politik die Verteidigungsanstrengungen sehr stark zurückgefahren und verschiedene Projekte gestoppt weil man dachte, dass eine solche gigantische Katastrophe nicht mehr möglich sei. Alle wurden eines Besseren belehrt, als Hitler mit den Nazis 1933 die Macht in unserem nördlichen Nachbarland übernahm und sich mit dem italienischen Diktator Mussolini verbündete. In der Folge wurden sehr grosse Anstrengungen unternommen um Versäumtes aufzuholen und Zusätzliches zu schaffen. Mit dem Operationsbefehl Nr. 13 vom 24. Mai 1941 durch General Henri Guisan wurden diese Anstrengungen noch einmal verstärkt.

Viele der geplanten Bunker, Artilleriewerke Panzersperren usw. wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg fertiggestellt. Die Nachkriegszeit ging praktisch übergangslos in den sogenannten kalten Krieg über, die Gefahr eines Angriffs auf die Schweiz verminderte sich unwesentlich. Der Reduit Gedanke wurde aufrecht erhalten und das Unvollständige fertig, respektive weiter ausgebaut.

Für den Unterhalt der unzähligen Objekte wurde am 1. April 1942 das Festungswachtkorps gegründet, neben dem Überwachungsgeschwader der Luftwaffe die einzige Formation, die nicht aus Milizsoldaten bestand. Das Korps wurde 2003 aufgelöst und in die Berufsformationen der militärischen Sicherheit überführt. Auch wurden Teile in zivile Nachfolgeorganisationen integriert, oder frühpensioniert.

Toblerone-Panzersperre
Tobelrone Panzersperre
Reduit-Schweiz
Abwehrlinien der Schweiz

Sperrstelle, ein Verbund an Massnahmen

Bei einem, durch eine Sperrstelle verzögerten Vorstoss, stieg schnell die Massierung der angreifenden Truppen, so konnte dieser auch möglichst massiv bekämpft werden. Mit folgenden Verbund am Möglichkeiten sollte die Verzögerung und der Abwehrkampf erfolgen.

  • Topografisch günstiger Geländeabschnitt, der zu einem einengen der Angriffsmöglichkeiten führt
  • Zusätzlich ausgehobene Panzergräben
  • Hindernisse gegen Panzer, dass dieser ihre Geschwindigkeit einbüssen, respektive gestoppt werden
  • Sprengobjekte die die Durchfahrmöglichkeit verhindern
  • Bunker mit Panzerabwehrkanonen und Maschinengewehren ausgerüstet
  • Infanterie in vorbereiteten Stellungen
  • Vorbereitete Geschützstellungen für die Feldartillerie
  • Artilleriewerke zur Feuerunterstützung auf die an der Sperrstelle massierten Angreifer
Zündstelle-eines-Sprengobjekts
Zündstelle Sprengonjekt
SprengobjektBergünerstein
Sprengobjekt Bergünerstein

Eine Sperrstelle im Detail

Über den Link „festung-oberland“ wirst Du auf die überaus detaillierte Geschichte der Sperrstelle Einigen weitergeleitet. Diese Seite beinhaltet viele Informationen über die in Vergessenheit zu geratende Geschichten unserer Väter und Grossväter.

Infanteriebunker-Terrasse
Infanteriebunker Terrasse
Einigen-Kandergraben
Kandergraben Einigen

Frühere Befestigungsarten

Sicherheitsbedürfnisse gab es bereits in der Steinzeit, in der die Menschen versuchten sich zu schützen. Sie schlossen sich zu Gemeinschaften zusammen, daraus entstanden in späterer Zeit Dörfer in topografischer Lage, meist auf Anhöhen mit Wehranlagen.

Die Römer, deren Geschichte überall immer noch sichtbar ist, errichteten Befestigungen zum Teil in Massivbauart und zu der Zeit fast unüberwindlich. Sie schützten damit ihre Städte, Verbindungswege, militärische Anlagen usw. Die Grenzbefestigungen ihres Imperiums diente ausser dem Schutz auch dem geordneten Handel und Zolleinnahmen. Ein solches Beispiel ist der Hadrianswall an der heutigen Grenze zwischen England und Schottland mit einer Länge von 117.5 Km, einer Breite von 2.5-3 Meter und einer Höhe von 5 Meter. Total 1.615.625 m3.

Schutz-in-der-Steinzeit
Schutz in der Steinzeit
Hadrianswall
Hadrianswall England - Schottland

Mittelalter

Zwischen dem 10. Und 15. Jahrhundert sind nur im Gebiet der heutigen Schweiz ungefähr 2000 Burgen entstanden. Diese Bauten waren vornehmlich mit der mittelalterlichen Herrschaftsbildung verbunden, die Landbevölkerung hingegen war in diesen Schutz nur zum Teil eingebunden.

Turmhügelburg
Turmhügelburg
Schloss-Thun
Schloss Thun

Ein Blick über die Grenze

In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, nennen wir  sie die «Epoche des Stahlbetons» oder des «Betondenkens», wurden Europaweit riesige Abwehrlinien gebaut, die auch in einzelne Sperrstellen aufgegliedert waren und mehr oder weniger tief gestaffelt angelegt wurden. Riesige Summen wurden in die Verteidigungsanlagen investiert, zum grössten Teil sinnlos. Jede Linie, die angegriffen wurde, wurde auch mehr oder weniger schnell durchbrochen.

Neben diesen Verteidigungslinien entstanden im deutschen Hinterland erste Bauten für den zivilen Luftschutz, verbunkerte Rüstungsanlagen oder militärische Führungsbunker. Doch letztlich konnten diese Bauten das Ende des Krieges lediglich verzögern. Zahlreiche Bauten aus dieser Zeit mahnen und erinnern heute noch europaweit als steinerne Zeugnisse an diese schicksalshafte Epoche.

Folgende Verteidigungslinien wurden ganz oder teilweise erbaut:

  • Ab 1922 Vallo Alpino / Italien
  • Ab 1929 Stalin-Linie / West-Sowjetunion
  • Ab 1930 Maginotlinie / Frankreich
  • Ab 1932 Belgische Fort (Eben Emael) / Belgien
  • Ab 1933 Tschechoslowakischer Wall / Tschechien und Slowakei
  • Ab 1934 Festungsfront Oder-Warthe-Bogen (Ostwall) / Deutschland
  • Ab 1936 Metaxas-Linie / Griechenland
  • Ab 1936 Westwall / Deutschland
  • Ab 1939 Linea Gutierrez / Spanien
  • Ab 1939 Mannerheim-Linie / Finnland
  • Ab 1939 Molotow-Linie / Ostpolen
  • Ab 1941 Arpad-Linie / Ungarn
  • Ab 1942 Atlantikwall / Norwegen, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Belgien und Frankreich
Plan Sperrlinien
Abwehrlinien in Europa

Vallo Alpino

Vallo Alpino oder Vallo Alpino del Littorio (deutsch Alpenwall) ist der Name einer zu grossen Teilen unfertig gebliebenen Befestigungslinie Italiens in den Alpen. Der Bau begann in den späten 1920er Jahren und endete offiziell 1942; an einigen Stellen wurde aber nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 der Baubetrieb wieder aufgenommen.

Die Linie sollte die Grenzregionen zu Frankreich, der Schweiz, Jugoslawien und dem Deutschen Reich sichern. Eine Vielzahl der Anlagen ist heute noch erhalten. Strassen, Wege und Bunker werden mitunter privat, touristisch bzw. gewerblich genutzt.

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Sperrstelle Vallo Alpina
Vallo-Alpina-del-Littorio-01
Bunker Vallo Alpina

Stalin-Linie

Die Stalin-Linie war eine Verteidigungslinie der Roten Armee, die ab 1929 an den Westgrenzen der Sowjetunion errichtet wurde. Sie bestand aus einer Vielzahl von Betonbunkern, welche über leichte sowie schwere Bewaffnung verfügten. Sie erstreckte sich über die gesamte damalige Westgrenze von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Sie verlief von Narwa und Pskow über Witebsk, Mogilew, Gomel und Schitomir sowie entlang des Flusses Dnjestr bis Odessa.

Stalin-Linie-01
Bunker mit Panzerturm
Stalin-Linie-02
Beobachter-Kuppel

Maginot-Linie

Die Maginot-Linie (französisch Ligne Maginot) war ein aus einer Linie von Bunkern bestehendes Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze zu Belgien, Luxemburg, Deutschland und Italien. Das System ist benannt nach dem französischen Verteidigungsminister André Maginot. Sie wurde von 1930 bis 1940 gebaut, um Angriffe aus diesen Nachbarländern bzw. die über deren Territorien eventuell angreifenden Hegemonialmächte Deutschland und Italien zu verhindern bzw. abzuwehren. Darüber hinaus wurde die Südspitze Korsikas befestigt.

Meist wird nur der Teil entlang der deutschen Grenze als Maginot-Linie bezeichnet, während man für die Hälfte zu Italien den Begriff Alpin-Linie braucht.

Die Idee einer solchen Verteidigungslinie gab es schon direkt nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871. 1874 begannen die Franzosen mit dem Bau der Barrière de fer („Eiserne Barriere“), die aus zahlreichen Festungen, Forts und anderen ähnlichen Bauwerken bestand. Diese waren gemauert und erwiesen sich den 1890 aufkommenden Brisanzgranaten als nicht gewachsen. Ab 1930 – 1936 wurde die Verteidigungslinie modernisiert, ausgebaut und fertig gestellt.

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Kasematte für Pak und MG
Maginot-13,5-cm-Haubitze
Versenkbarer Geschützturm 13.5 cm Haubitze

Belgische Fort

Die Festungsgürtel der Städte Lüttich, Namur, Antwerpen wurden bereits in 19. Jahrhundert erstellt, waren dem kaiserlichen Heer nicht gewachsen und wurden relativ schnell eingenommen. Die Festung Eben-Emael wurde basierend auf den Erfahrungen in den Jahren 1392 – 1939 als nördlichste Anlage des Festungsringes Lüttich erbaut und ergänzte die Maginot-Linie. Im Verlass auf diese Anlage bauten die Franzosen die Maginot-Linie an der Grenze zu Belgien nicht weiter aus, was sich entsprechend rächte.

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Fort Battice
Eben-Eamael-01
Fort Eben Emael

Tschechoslowakischer Wall

Der Tschechoslowakische Wall (tschechisch československé opevnění, slowakisch česko-slovenské opevnenia) war ein ausgedehntes Grenzbefestigungssystem der Tschechoslowakei entlang der Landesgrenzen zum Deutschen Reich, zu Österreich, Polen und Ungarn, wobei weitere Linien im Landesinnern verliefen. Er galt als eines der besten Festungsbausysteme des 20. Jahrhunderts, wurde jedoch nicht vollständig fertiggestellt und konnte seinen ursprünglichen Zweck nie erfüllen.

Die ersten Befestigungsobjekte des Befestigungssystems (zugleich die ersten dauerhaften Befestigungsanlagen der Tschechoslowakei) entstanden 1933 in Petržalka bei Bratislava. Die restlichen Teile wurden zwischen Winter 1934 und Oktober 1938 gebaut.

Während der tschechoslowakischen Mobilmachung im September 1938 wurden grosse Teile des Walls fertiggestellt.

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Bunker Tschechoslowakischer Wall
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Bunker Tschechoslowakischer Wall

Festungsfront Oder-Warthe-Bogen (Ostwall)

Die Festungsfront Oder-Warthe-Bogen, auch Festung im Oder-Warthe-Bogen oder volkstümlich Ostwall genannt, war eine seit Mitte 1934 vom Deutschen Reich aufgebaute, stark befestigte Verteidigungslinie, die etwa 120 km östlich von Berlin vom Fluss Warthe im Norden zur Oder im Süden führt.

Geplant war der Ostwall als 110 km langes, befestigtes Gebiet mit einer Tiefe von zwei bis drei Kilometern, ganz ähnlich wie es einige Jahre später beim Westwall ebenfalls ausgeführt wurde. Manche der Bunkerkonstruktionen ähneln daher sehr jenen des Westwalles, andere sind dagegen wesentlich umfangreicher ausgeführt. Die Festungsfront besteht aus zahlreichen Bunkeranlagen und wasserbautechnischen Einrichtungen wie z. B. Stauanlagen und Wassergräben. Strassen, die durch das sogenannte Hauptkampffeld führten, wurden mit gepanzerten Schlagbäumen, Drehbrücken sowie Kipprollbrücken versehen

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Ostwall Panzerkuppel
Ostwall-01
Ostwall Verbindungsgang

Metaxas Linie

Die Metaxas-Linie (griechisch: Γραμμή Μεταξά) war der Verteidigungswall der griechischen Armee im Zweiten Weltkrieg entlang der griechisch-bulgarischen Grenze in Ostmakedonien und Thrakien. Sie trägt ihren Namen nach Ioannis Metaxas, einem griechischen General und Politiker, der zwischen 1936 und 1941 Griechenland als Diktator regierte.

Im Verlauf des deutschen Angriffs auf Griechenland, der am 6. April 1941 begann, gelang es der deutschen 5. Gebirgs-Division unter Generalmajor Julius Ringel trotz starken Widerstandes, die Metaxas-Linie an einigen Stellen zu durchbrechen und die restlichen an der Linie verschanzten griechischen Truppen zu umzingeln und zur Kapitulation zu zwingen.

Mit der anschliessenden Besetzung Griechenlands ging der Balkanfeldzug zu Ende.

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Karte Kampfgebiet
Metaxas-Linie-01
Bunkeranlage

Westwall

Der Westwall, von den Westalliierten auch Siegfried-Linie genannt (englisch Siegfried Line, französisch Ligne Siegfried), war ein über etwa 630 km verteiltes militärisches Verteidigungssystem entlang der Westgrenze des Deutschen Reiches, das aus über 18.000 Bunkern, Stollen sowie zahllosen Gräben und Panzersperren bestand. Er verlief von Kleve an der niederländischen Grenze in Richtung Süden bis nach Grenzach-Wyhlen an der Schweizer Grenze.

Hitler liess die Anlage, die militärischen und auch propagandistischen Wert hatte, ab 1936 planen und zwischen 1936 und 1940 errichten. Kurz zuvor hatte er in der Rheinlandbesetzung am 7. März 1936 entgegen den Auflagen aus dem Friedensvertrag von Versailles die durch die Folgen des Ersten Weltkriegs vom Reich demilitarisierten Gebiete beiderseits des Rheins von Wehrmachttruppen besetzen lassen.

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Panzersperre, deutsche Bauart
Westwall-01
Bunkeranlage, heute ein Museum

Linea Gutierrez

Die Linie P, Perez-Linie oder Linie Gutierrez , war eine Verteidigungsbarriere, die zwischen 1939 und 1948 unter Franco gebaut wurde, um zu verhindern, dass das Nazi-Deutschland oder die Alliierten in das spanische Territorium eindringen . Es sollte theoretisch aus etwa 10.000 Bunkern bestehen , von denen 6.000 fertiggestellt wurden. Um 1980 wurden sie endgültig aufgegeben.

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Bunker der Linea Gutierrez
Linea-Gutierrez-01
Bunker der Linea Gutierrez

Mannerheim Linie

Die Mannerheim-Linie (finn. Mannerheim-linja) war im Winterkrieg 1939/40 (Überfall der Sowjetunion auf Finnland) eine finnische Verteidigungslinie zwischen dem Ladogasee und dem Finnischen Meerbusen quer über die Karelische Landenge. Einen offiziellen Namen hatte das Befestigungswerk nicht. Die Bezeichnung Mannerheim-Linie nach dem finnischen Oberbefehlshaber Carl Gustaf Emil Mannerheim stammt vermutlich von dem Offizier Jorma Gallen-Kallela, der diesen Ausdruck im Herbst 1939 gegenüber ausländischen Journalisten gebrauchte.

Die Befestigungen umfassten an passiven Elementen 440 km Schützengräben, 331 km Stacheldrahthindernisse, 136 km Panzersperren aller Art sowie 823 Unterstände, davon 19 aus Beton. Aktive Elemente waren sechs Kanonen-Bunker (alle aus Beton, je drei nördlich des Vuoksi-Sees und des Suvanto-Sees), 648 MG-Stellungen (davon 42 aus Beton und davon wiederum sechs Multi-MG-Bunker mit drei oder mehr Maschinengewehren).

Insgesamt war die Mannerheim-Linie nur eine Kette von Feldbefestigungen, der die Tiefe fehlte. Betonierte Anlagen machten nur knapp vier Prozent ihrer Elemente aus. Sowohl aktive als auch passive Kampfkraft waren sehr viel geringer als etwa die der Maginot-Linie oder des Westwalls.

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Panzersperre auf Finnisch
Mannerheim-01
Zerstörter finnischer Bunker

Molotow – Linie

Die Molotow-Linie war ein nach Wjatscheslaw Molotow benanntes Verteidigungssystem, das die Sowjetunion im 1939 besetzten Ostpolen sowie im komplett besetzten Litauen entlang der im geheimen Zusatzprotokoll zum Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag vom August 1939 festgelegten Grenze zum Deutschen Reich bzw. dem deutschen Generalgouvernement errichtete.

Die ab 1929 an der Grenze zu Polen errichtete Stalin-Linie wurde desarmiert, um die Molotow-Linie zu bestücken. Zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion waren beide Linien nicht einsatzfähig. Die etwa 1000 Kilometer lange Molotow-Linie von der Ostsee bis zu den Karpaten bzw. der Slowakei war in 13 Sektionen unterteilt. In jeder Sektion waren zu Kriegsbeginn einige Dutzend Bunker fertiggestellt und Hunderte im Bau.

Molotow-02
Zerstörte Kasematte
Molotow-01
Zerstörter russischer Bunker

Arpad – Linie

Die Árpád-Linie war eine ungarische Festungslinie im Zweiten Weltkrieg, die zwischen 1941 und 1944 in den nordöstlichen und östlichen Karpaten an der Grenze des Königreichs Ungarn errichtet wurde. Es wurde nach Árpád, dem Oberhaupt der ungarischen Stämme, benannt. Die Hauptfunktion der Linie bestand darin, Siebenbürgen, das Szeklerland und die Karpato-Ukraine von Angriffen aus dem Osten (Sowjetunion) her zu schützen. Die Linie war als Hauptverteidigungslinie gestaltet. Dieser Linie vorgelagert lagen die Linien Hunyad-Linie und Prinz-Eugen-Linie. Die Linie war als flexible Verteidigungslinie ähnlich der finnischen Mannerheim-Linie oder der israelischen Bar-Lew-Linie konzipiert.

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Bunker der Arpad - Linie
Arpad-01
Holzunterstend der Arpad - Linie

Atlantik Wall

Der Atlantikwall war eine 2685 Kilometer lange Verteidigungslinie entlang der Küsten des Atlantiks, Ärmelkanals und der Nordsee. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern in den Ländern Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Norwegen, den britischen Kanalinseln sowie dem Deutschen Reich im Zeitraum 1942 bis 1944 geplant und teilweise erbaut. Der Atlantikwall sollte eine Invasion der Westalliierten verhindern.

Am 14. Dezember 1941 forderte Hitler einen „Gürtel von Bollwerken“ an der 5000 Kilometer langen Atlantikküste, Ärmelkanals und der Nordsee. Nach der missglückten Landung westalliierter, vor allem kanadischer Truppen bei Dieppe am 18./19. August 1942 (Operation Jubilee) befahl Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt am 25. August 1942 die Befestigung der gesamten Atlantikküste zu einem „Atlantikwall“. Um den riesigen Arbeitskräftebedarf decken zu können, wurde auf Initiative von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) am 8. September 1942 der Befehl erlassen, völkerrechtswidrig die Bevölkerung der besetzten Gebiete zur Zwangsarbeit zu verpflichten. Die Organisation Todt betrieb die Baustellen grösstenteils ohne schwere Maschinen. Zwangsarbeiter wurden schlecht behandelt und versorgt. Nach dem Kriegsende wurde dieses Kriegsverbrechen im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher den Angeklagten Wilhelm Keitel, Fritz Sauckel und Albert Speer angelastet. Von September 1942 bis Juni 1944 wurde intensiv an Befestigungsbauten am Atlantikwall gearbeitet. Einige Materialien waren knapp bzw. wurden im Laufe des Krieges knapper; infolge der Verluste an der Ostfront mangelte es zunehmend auch an Soldaten.

Der riesige Aufwand lohnte sich in keiner Weise, wurde doch der Wall in der Normandie am ersten Tag durchbrochen.

Geschützbunker der Batterie Longues-sur-Mer
Atlantikwall-02
Friedhof Omaha Beach